Das Projekt: Einen Vokabelkurs mit den 5000 häufigsten Worten des Spanischen und Beispielsätzen erstellen. Ein derartigen Kurs gibt es bisher im deutschen Sprachraum noch nicht.

Zeitraum: Ca. 2 Jahre (bis Anfang/Mitte 2020). Der Kurs soll auf mehreren Lernplattformen veröffentlicht werden.  Und zwar komplett mit  Audiomaterial.

    Gesucht: Leute, die fortgeschrittene Spanischkenntnisse haben, eine gewisse Erfahrung mit Tabellen haben, sich für Sprachen interessieren und Lust und Zeit für so ein Projekt haben. Das Team besteht derzeit aus 3 Leuten, düfte aber auf 4 oder 5 anwachsen (Oktober 2018).


    Die Ausgangslage: Meine Motivation ist folgende: 2017 fasste ich den Entschluss, Spanisch zu lernen. Ich tat mich um und fand, dass bei Memrise gut Kurse zu finden waren. Daraufhin habe ich die 7 Spanischkurse von Memrise gemacht. Und dann habe ich  mich gefragt, wie es weitergehen soll. 

    Es gibt zwar Kurse mit einem Wortschatz von mehreren Tausend items bei Memrise, die mir aber nicht ideal erschienen, vor allem weil ich dabei auf Wortauswahlen traf, die mir zu abgehoben waren. Alles zum Thema Büro, alles zum Thema Hotel und so weiter. Ich schaute mich in der ca. 10-fach größeren englischen Abteilung um und traf auf Kurse, die beanspruchen, die häufigsten 5000 Worte des Spanischen zu vermitteln (5000-1, 5000-2 ). Das leuchtete mir ein. In einem häufigkeitssortierten Kurs kann jeder so weit lernen, wie er will, und wird weder mit Exoten oder Altbackenem genervt, noch verpasst er Gängiges. Ich fand, es wäre sehr cool, das ins Deutsch zu bringen. Der Aufwand dafür wäre ja vielleicht noch überschaubar.

    Die Vision: Die Idee, einen solchen Kurs zu erstellen, fand ich sofort reizvoll, u.a. weil ich davon ausgehe, dass sehr viele Nutzer ihn begrüßen würden. In der englischen Memrise-community hat der frequentierteste 5000er-Kurs 24.000 Besucher.

    Ich wollte aber nicht einfach die vorhandenen Kurse, die praktisch nicht über eine gigantische Wortliste hinausgehen, ins Deutsche kopieren. Um wirklich sinnvoll und nachhaltig zu sein, muss so ein Kurs neben differenzierten Wortbedeutungen auch Ausdrücke, Wendungen und Beispielsätze bringen. Er muss Worte bis zu einem gewissen Grad gruppieren, Wortfamilien abbilden, Hintergrundinformationen zum Gebrauch geben. Er muss qualitativ hochwertige Audiodateien enthalten. Er muss didaktisch sinnvoll sein, also die Schwierigkeit von Verbformen und Grammatik allmählich steigern. Damit ist aber allerspätestens klar, dass der Rahmen der Möglichkeiten einer Einzelperson gesprengt ist, denn das verlangt eine intensive Beschäftigung mit jedem einzelnen item. Man braucht einen Ausstoß von etwa 10 items pro Tag, dann ist der Kurs in zwei Jahren fertig. Mit 4-5 Leuten ist das  gut zu stemmen; alleine nicht.


    Der Stand der Dinge: Zunächst habe ich mir das Frequency Dictionary von Marc Davies angeschaut und für sehr gut befunden: Dictionary. Dann habe  ich die entsprechenden Wortlisten (Spanisch-Englisch) incl. Beispielsätze komplett in eine Tabelle importiert, mit Artikeln versehen. etwas ausgemistet und umgruppiert (Wortfamilien). Diese Tabelle steht nun in meinem google drive, wo jeder sie bearbeiten kann, dem ich das freischalte (screenshot). Schließlich  habe ich einen Probekurs in memrise erstellt (5000). Die Tabelle wird derzeit von drei Leuten bearbeitet, aber ein Team von 4-5 wäre besser, daher suche ich weiterhin Coredakteure. Der aktuelle Stand des Kurses ist in Flashcards Deluxe zu finden (öffentliche Bibliothek, Spanisch 5000; Einheiten 8-17 und 38% der angestrebten 7500 items sind fertiggestellt).   

    Worin besteht die Arbeit? Wenn einer/eine sich eine Einheit (ca. 100 Wörter) vornimmt, heißt das: Für diese Worte die geeignete Übersetzung festlegen (es gibt online exzellente Quellen) und den Beispielsatz prüfen (im item aus dem Dictionary immer bereits vorhanden, aber oft etwas sperrig). Die Beispielsätze machen Spaß. Man kann sich hier austoben, da darf auch gerne lustiges und skurriles hinein, und man muss sich nicht auf das schon gelernte Vokabular beschränken. Nach der Bearbeitung des einzelnen items/Wortes ist noch zu entscheiden, ob dazu weitere items sinnvoll sind - manche Worte (v.a. Verben) schreien nach zusätzlichen Beispielen mit Wendungen und dergleichen. Die Beispielsätze und die Zusatz-Items sind das Salz in der Suppe. Hier wird das Sprachgefühl geschult, und die Worte kommen im Zusammenhang zum Klingen, szenische Bilder blitzen auf. Das hebt diesen Kurs ganz deutlich von allen reinen Wortansammlungskursen ab.

    Und schließlich kannst Du als Redakteur innerhalb eines gewissen Rahmens auch die Wortguppen weiter gestalten und abändern, dir also Worte aus anderen Tabellenteilen “holen” oder dorthin verschieben, was den Kurs sprachlich viel interessanter und effizienter macht.

    Dadurch, dass jeder sieht, was die anderen machen, gleicht sich das Vorgehen gegenseitig ab. Die Tabelle bietet auch Statistiken, die zur Homogenität beitragen. Die Schlussredaktion jedes items liegt bei mir. Das neue Material wird regelmäßig in Flashcards Deluxe hochgeladen, so dass man sich das Ergebnis anschauen kann.

    Grundsätzlich wird das Ganze kein Anfängerkurs, sondern ein dezidierter Fortgeschrittenenkurs, denn kein Anfänger, der bei Trost ist, nimmt sich mal eben 5000 Worte vor. Der Kurs wird incl. Zusatzitems aus ca. 7500 “Karteikarten” bestehen, von denen jede einen deutsche Seite, eine spanische Seite und eine Zusatzseite mit Beispielen und Erklärungen enthält. Diesen Kurs incl. Wiederholungen durchzulernen, wird ohne weiteres 3 bis 5 Jahre in Anspruch nehmen. Der entschlossene Benutzer wird also ziemlich lange mit dem Kurs “verheiratet” sein, von seiner Struktur begleitet werden, Höhen und Tiefen damit erleben. Dem sollte das Niveau des Kurses entsprechen.

    Das Finish: Ein Glanzpunkt könnte darin bestehen, dass ein paar Natives (SpanierInnen, LateinamerikanerInnen, MexikanerInnen - ich betrachte den Kurs als Pan-Español) am Ende echte Audioclips draufsprechen. Flashcards Deluxe ist in der Lage, automatisch hochwertige Audiodateien zu erzeugen, die auf jeden Fall schon eine hervorragende Grundlage bieten.

    (Anmerkung: In Memrise gibt es die unfassliche Einschränkung, dass Audio grundsätzlich der ersten Spalte (dem Wort) zugeordnet wird. Man kann also den Audioclip des Beispielsatzes nicht für diesen reservieren. Der entsprechende clip wird dann z.B. bei Verlassen der Karteikarte verlesen, in der App evtl. sogar zu Beginn. Wenn dieses Problem nicht gelöst werden kann, wird man in Memrise auf Audioclips der Beispielsätze innerhalb der items verzichten müssen - und danach sieht es leider aus.)

    Ausblick: 5000 Worte sind auch noch nicht wirklich viel, wenn man Bücher oder Zeitungen liest oder Filme schaut. Erschütternd ist, was in diesen 5000 alles nicht dabei ist (z.B. patata, tortilla und cuchara - Worte, die einem in jedem Anfängerkurs in Lektion 3 um die Ohren gehauen werden). Da sieht es mit whisky schon anders aus - Rangnummer 4571! Es ist jedoch viel mehr wert, 5000 Worte gut (und mit Anwendungen, mit Sprachgefühl) zu beherrschen, als 8000 oder 10000 Worte einzeln aus dem Gedächtnis fischen zu können. Mit 5000 gut sitzenden Worten kann man flüssig kommunizieren.

    Persönliches: Für mich ist das Spanische wie ein bekannter Fremdling. Mich hat die Lispelei immer gestört, und dann das Tempo und das Genuschel, sehr fremdartig. Meine Initialzündung letzes Jahr ging von der Sängern Lhasa de Sela aus, die ein glasklares Mexico-Spanisch singt. Ich bin zweisprachig in Griechenland aufgewachsen, habe das Latinum erworben und bin in absteigender Güte des Englischen, Französischen und Italienischen mächtig, und kann daher zu den meisten spanischen Vokabeln irgendeine Brücke bilden. Und doch ist es eine ganz eigene, eben nicht nachbarliche Sprache, in der das Arabische raunt und die sich über einen ganzen Kontinent verzweigt hat... ich selbst wachse mit diesem Projekt ins Spanische hinein, was mir enorm viel Spaß macht.

     

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      ... Sebastian Gruben
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